Rückblick auf den Tweetup im Rahmen des Beethovenfestes

„Fidelio“ – die einzige Oper in Ludwig van Beethovens Werk stand in diesem Jahr auf dem Programm des Beethovenfestes und war mit seiner Besetzung und unter der Leitung von Paavo Järvi sicher eines der Highlights. Als bekennender Opernfan und regelmäßige Twitter-Nutzerin habe ich mich gefreut, dass ich gemeinsam mit gut 20 weiteren Twitterern bei einem exklusiven Event im Rahmen des Public Vewing der Oper auf dem Bonner Marktplatz dabei sein durfte: einem Tweetup. 

Was ist ein Tweetup?

Ganz allgemein gesehen ist ein Tweetup ein Vor-Ort-Treffen von Leuten, die twittern und sich meistens auch schon über Twitter kennen. In entspannter Atmosphäre kann man sich besser kennenlernen und in Gesprächen vertiefen, was man auf Twitter begonnen hat. Seit einiger Zeit werden Tweetups im Zusammenhang mit Kulturveranstaltungen immer beliebter. Kuratorenführungen in Ausstellungen und Museen, Generalproben im Theater oder Orchesterproben, immer wieder werden Twitterer zu solchen extra für sie initiierten bzw. sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Veranstaltungen eingeladen.

Auf dem Weg zum Public Vewing von „Fidelio“ und gleichzeitig zu meinem ersten Tweetup habe ich mich gefragt: Wie wird er Abend wohl laufen? Was bringt der Tweetup? Was ist der Mehrwert? Ist es ein nettes Beisammensein bei Wein und Häppchen wie es Treffen mit Social Media Bekannten ja meistens sind oder ist es in diesem Zusammenhang anders? Und welche Rolle spielt die Kunst? Spielt sie überhaupt eine?

Zuerst war es tatsächlich „wie immer“. Freudige Begrüßung bekannter Gesichter, herzliches Hallo denen gegenüber, die man bisher nur aus dem Netz kannte, Gespräche und erste Tweets. Die Häppchen wurden gelobt und auch die gute Ausstattung mit Steckdosen. Nebenbei hörte man mit einem Ohr auf ein eingespieltes Interview mit dem Dirigenten und Vorabinfos zu Beethoven, zu Fidelio und zu den von Walter Jens verfassten Zwischentexten, die an diesem Abend von Ulrich Tukur rezitiert wurden.

Während der Übertragung

Die Situation änderte sich schlagartig als ein paar Minuten vor 20 Uhr live in die Beethovenhalle geschaltet wurde. Die Gespräche verstummten und die gespannte Aufmerksamkeit aller richtete sich auf die Leinwand. Das Orchester betrat die Bühne, die Ouvertüre begann und wir Twitterer wurden zu einem klassischen Opernpublikum… Nein, natürlich war etwas entscheidend anders. Neben dem klassischen Zuhören öffnete sich eine zweite Ebene, die Ebene des sich Austauschens:

  • amüsant – Ulrich Tukur vertreibt den Dirigenten Paavo Järvi von seinem Pult
  • witziges Kostümdetail – die karierte Schürze über dem Abendkleid der Sopranistin Mojca Erdmann
  • wie passend – die Glocke am Rathaus schlägt genau parallel zum Gefangenenchor
  • wie ergreifend – dieser Moment
  • wie klasse – dieses Textzitat

Alles das sind Momente, Eindrücke und Empfindungen, die man während einer klassischen Aufführung für sich im Stillen wahrnimmt und bestenfalls bei einem Wein nach der Veranstaltung teilen kann. Im Tweetup geht das direkt und in Echtzeit und macht so das Erlebte noch viel intensiver. Ein besonderes Highlight und so nur in diesem Format möglich: Die Sopranistin Mojca Erdmann (Marzelline) twitterte mit während sie auf ihren nächsten Auftritt wartete.

Leinwand mit der Live-Übertragung

Impression vom Tweetup                 Foto: Guido Schwan

Mein Fazit

Für mich war der Tweetup eine echte Bereicherung und gute Ergänzung zu einem tollen Opernabend. Das Format Tweetup hat einen Mehrwert in vielfacher Hinsicht. Es intensiviert, wie schon gesagt, das Erlebnis an sich. Es kann Publikum für kommende Veranstaltungen generieren, denn mindestens drei Personen erzählten mir nach Ende der Veranstaltung, sie wären hauptsächlich wegen des Twitterns gekommen und hätten bisher keine Berührung mit Oper bzw. kein Interesse an klassischer Musik gehabt und würden das nun ändern. Außerdem zeigten Favs und Retweets, dass das Tweetup auch von extern verfolgt wurde.
Und wenn man ein wenig Monitoring betreibt, zeigt sich der Erfolg der Social Media Maßnahme für das Team des Beethovenfestes. Der Hashtag #befespark schaffte es an dem Abend auf Platz 2 der Twittertrends.

Zum Tweetup, dessen Mehrwert und zur Auswertung mit storify habe ich auch in meiner Reihe „Ulrike fragt“ auf schwindt-pr.com gebloggt.

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Ein Gedanke zu “Rückblick auf den Tweetup im Rahmen des Beethovenfestes

  1. Pingback: Rückblick auf Tweetup #befespark | Beethovenfest Bonn

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