Lesetipp: Ernest Cline – Ready Player One

Als ersten Lesetipp auf meinem Blog stelle ich heute „Ready Player One“ vor. Es ist das Romandebüt des amerikanischen Autors Ernest Cline. Gelesen habe ich das Buch schon vor einiger Zeit und es hat direkt den Sprung auf die Liste meiner All-Time-Lesehighlights geschafft. Daher soll es die Reihe heute eröffnen:

Cover Ready Player OneWir befinden uns im Jahr 2044 in einer nicht besonders lebenswerten Realität. Wohnraum ist äußerst knapp und teuer, Lebensmittel sind rationiert, die Umwelt ist am Ende, es herrschen Gewalt und Feindschaft unter den Menschen. Kein Wunder also, dass sich fast jeder ein Avatar schafft und das Leben in der virtuellen Welt OASIS genießt. Man kann hier alles tun, was das Herz begehrt und vieles bekommen, was man sich wünscht.

Schöpfer des Multiplayer Games OASIS ist James Halliday, den seine Entwicklung zum reichsten und mächtigsten Mann der Welt gemacht hat. Als Halliday stirbt, bestimmt er keinen testamentarischen Erben, er lässt vielmehr die ganze Welt um sein Vermächtnis spielen. Kurz vor seinem Tod hatte er in der OASIS ein sog. Easter Egg versteckt. Derjenige, der als erster alle Rätsel löst und das Ei findet, erbt alles. Natürlich setzen direkt Massen von „Jägern“ alles daran, auf die Spur des Eis zu kommen. Und auch hunderte von Mitarbeitern des Konzerns IOI, der größten Konkurrenz von Hallidays Imperium sind hinter dem Egg her. Jahrelang scheint aber niemand die äußerst trickreich konzipierten Rätsel entschlüsseln zu können, jahrelang passiert nichts auf dem Scoreboard. Doch dann taucht plötzlich ein Name auf: Parzival…

Von diesem Moment an ist Parzival nicht nur Jäger nach dem Egg, sondern auch Gejagter seiner Konkurrenz und einer der prominentesten Avatare der OASIS. Das bedeutet nicht nur höchste Gefahr für Parzival, sondern auch für sein Alter Ego, den Schüler Wade Watts.

Die Handlung von „Ready Player One“ ist ein Feuerwerk der Ereignisse. Die Geschichte ist temporeich und fesselnd geschrieben, der Einstieg fällt leicht und Clines Erzählweise ist wie ein Sog. Die Struktur ist zwar eher konventionell und aus vielen Werken, besonders der Fantasy-Literatur, bekannt. Es geht um Gut und Böse, um Zusammenhalten, um sich nicht unterkriegen lassen, um Freundschaft und ein bisschen auch um Liebe. Aber daher fühlt man sich als Leser wohl auch direkt so zuhause. Cline gelingt es, die Vision von zukünftigen Technologien und das Spielen von Videospielen bilderreich und anschaulich zu beschreiben und sie so einer breiten Leserschaft zu öffnen. Er lässt den Leser mit seinen Protagonisten mitfiebern, mitleiden und manchmal auch laut mit ihnen lachen.

Da ich mich nicht länger auf mein Gespür verlassen wollte, fuhr ich eine teure Tanzsoftware namens Travolta hoch, die ich heute Nachmittag heruntergeladen und gestartet hatte. Das Programm übernahm die Kontrolle über Parzivals Bewegungen und passte sie der Musik an. Meine Arme und Beine verwandelten sich in zuckende Kosinuskurven. Mein Avatar tanzte. (Ernest Cline – Ready Player One)

Für alle Menschen meiner Generation gibt es in dem Buch noch ein ganz spezielles Bonbon. Der OASIS-Schöpfer Halliday ist Jahrgang 1972 und baut in sein Spiel ganz viele Reminiszenzen an seine Jugend ein. So stolpert man in einer Geschichte des Jahres 2044 über „Pretty in Pink“, „The Breakfast Club“, „Pac Man“, „Commodore 64“, „They might be Giants“, „New Order“ und viel anderes vertrautes Zeug.

Fazit

Herausragender und ideenreicher Zukunftsroman – nicht nur für Gamer, Nerds und Science Fiction Fans.
______
Erscheinungsjahr der gebundenen Ausgabe: 2012
Penhaligon Verlag
510 Seiten
Erscheint im Januar 2014 als Taschenbuch bei Blanvalet

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