Lesemonat August 2015

Hier kommt eine neue regelmäßige Artikelreihe auf meinem Blog. Ab sofort mache ich kurze monatliche Zusammenfassungen meines Leselebens. Der Lesemonat August war – genau so wie das gesamte bisherige Lesejahr – leider eher mau. Nur drei Bücher habe ich geschafft und eines davon hat mir wirklich gut gefallen.

Cynthia Swanson – Als ich erwachte

Eine Frau wacht neben einem ihr fremden Mann auf. Wie sich herausstellt, ist er ihr Ehemann und Kinder hat sie auch. Wie kann das sein? Eigentlich ist Katharyn doch Single und leitet gemeinsam mit einer Freundin eine Buchhandlung. Beide Lebensentwürfe haben sich offenbar vor vielen Jahren in einem kurzen Moment getrennt und sich ganz unterschiedlich entwickelt. Katharyn lebt beide und muss nun herausfinden, welcher Entwurf echt ist und welcher möglicherweise ein Traum.

Den Aufhänger der Geschichte fand ich sehr spannend, da ich Zeitreise- und „Was wäre wenn…“- Geschichten sehr mag. Das Buch ist auch ganz ordentlich geschrieben und die parallelen Lebensentwürfe durchaus interessant. Das Buch hat allerdings ein großes Manko. Ursprünglich sollte es in der Gegenwart spielen, aber das funktionierte lt. eigener Aussage der Autorin nicht, da die Protagonistin in der Gegenwart viel mehr Möglichkeiten zur Recherche (Internet) nach Ursachen ihrer Situation gehabt hätte. Die Autorin verlegt also kurzerhand die Handlung zurück ins Jahr 1962 und das ist sihr reichlich misslungen.

Diana Verlag 2015
431 Seiten, 14,99€
***

Emma Straub – Ein Sommer wie kein anderer

Ein Familinclan aus New York reist mit erwachsenen Kindern, deren Partnern und befreundetem schwulen Paar nach Mallorca in ide Sommerfrische. Klingt erst mal unterhaltsam und in den USA wurde das Buch unter dem Titel „The Vacationers“ im letzten Jahr gehyped. Leider war das Buch aber eine Enttäuschung auf der ganzen Linie. Die Charaktere waren klischeehaft, oberflächlich und konturlos. Die Handlung war ebenso klischeehaft und vorhersehbar, der Schreibstil war einfach nur platt. Bisher mein Flop des Jahres

Knaur 2015
331 Seiten, 9,99€
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hausandermoschee_cover

Coverfoto: UllsteinList

Kader Abdolah – Das Haus an der Moschee

Die Familie des Teppichhändlers Agha Djan blickt auf eine jahrhundertealte Tradition. Seit Generationen führt sie ein ruhiges Leben im Haus an er Moschee, direkt neben dem Basar. Doch dann erreichen auch die Familie die Unruhen und Aufstände im Land während der Regierungszeit des Schahs und schließlich der Rückkehr Chomeinis in den Iran. Der Autor, im Iran aufgewachsen und nach seiner Flucht seit vielen Jahren in den Niederlanden lebend, beschreibt den Wandel von dem zunächst harmonischen Leben in der Provinzstadt und den sich dann immer dramatischer und radikaler wandelnden Umständen und Menschen sehr eindrücklich.

Er erzählt die Geschichte zunächst sehr langsam und man muss sich einlassen in die erste, handlungsarme Zeit und den handlungsarmen Einstieg in das Buch. Dann entwickelt das Buch aber einen Sog, dem ich mich als Leser nicht entziehen konnte. Kader Abdolah erzählt ein spannendes und erschreckendes Kapitel Zeitgeschichte. Absolut lesenswert!

Das Buch ist schon vor einigen Jahren erschienden und für mich wieder mal ein Hinweis, dass sich ein Blick über die Neuerscheinungen hinaus in die Backlist der Verlage sehr lohnen kann.

List Verlag 2008
400 Seiten, 9,95€
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