Blogstöckchen: 11 Antworten – 11 und eine Frage

„11 Antworten – 11 Fragen“ oder: Wie ein gefangenes Blogstöckchen und ein trüber Sonntag mich zur Sinnfrage in Sachen Bloggen brachten. Der liebe Ansgar hat mir das Blogstöckchen zugeworfen, ich beantwortete seine Fragen, stellte meine neuen Fragen und warf das Stöckchen an…. öh, ja, an wen eigentlich… weiter.

blogstoeckchen2

 

Blogstöckchen sind die Kettenbriefe des 21. Jahrhunderts. Einige lieben sie, andere sind Totalverweigerer – damals wie heute. Ich bin eigentlich auch kein Fan davon, aber da ich nun mal nominiert wurde, schon einige Leute aus unserer regionalen Bloggerszene mitgemacht haben und heute ein grauer Sonntag ist, dachte ich mir: „Komm, mach mal fix…“. Die Fragen waren schnell beantwortet und auch die neuen Fragen schnell gefunden, aber dann fing das Dilemma an.

Wen nominieren? Fünf Leute, sollte ja kein Problem sein. Aber, wie schon gesagt, einige Leute die mir direkt eingefallen sind, hatten schon mitgemacht oder wurden bereits von anderen nominiert. Und die zahlreichen anderen in meinen Netzwerken – entweder haben sie kein eigenes Blog (mehr) oder sie haben ihre Blogs monothematisch ausgerichtet, professionalisiert, gepersonalbrandet, wie auch immer gepimpt. Da hätte ich es unpassend gefunden, ihnen einfach so ein Blogstöckchen vor die Füße zu donnern. Das soll keine Kritik sein und erst recht kein Vorwurf, im Gegenteil. Es ist prima, wenn jemand sein eines, großes Thema gefunden hat und darüber mit Kompetenz und Leidenschaft bloggt und auch vor allen, die neben dem Job in ihrer Freizeit eine hochprofessionelle Präsenz im Netz auf die Beine stellen, ziehe ich den Hut.

Aber was ist mit dem random stuff?  Was ist mit den persönlichen Tagebüchern im Netz? Wo sind sie geblieben? Aus welcher Motivation heraus schreiben wir heute in unserer Freizeit in dieses Internet hinein? Einfach so aus Spaß an der Freude oder doch mit einem konkreten Ziel? Schreiben wir für uns, um unser Leben zu dokumentieren oder schreiben wir für unsere Leser, um ihnen etwas mitzuteilen? Oder bloggen wir als Nebenerwerb? Oder bloggen wir jetzt schon für einen potenziellen neuen Job, den wir uns irgendwann wieder suchen wollen oder müssen? Diese Fragen kamen heute bei der Suche nach potenziellen Blogstöckchenfängern auf, aber eigentlich stelle ich sie mir schon länger.

Mein Blog, dieses hier, besteht seit 2013. Am 14. Oktober habe ich meinen ersten Artikel veröffentlicht und danach in den folgenden zwei Jahren keine 20 weiteren. Warum war das so? Der Entstehung dieses Blogs gingen eine Konzeption und eine Strategieentwicklung voraus – im Prinzip eine feine Sache – aber in der konkreten Umsetzung hat das ganze nicht gut funktioniert. Sei es, dass Artikelideen nicht ins Konzept passten oder, dass wenn etwas ins Konzept passte, gerade keine Zeit war,  z. B.“mal eben“ eine neu erschienene DVD über WordPress durchzuarbeiten und zu rezensieren.

Trotz der schleppenden zwei Anfangsjahre habe ich mein Blog immer gemocht und habe nie daran gedacht, es aufzugeben. Im Stillen habe ich aber schon gedacht, Mönsch, es wäre doch schön, einfach über das zu schreiben, was mir gerade Spaß macht, ohne Plan und Strategie – einfach meinen persönlichen random stuff. Angepeppt wurde der Wunsch – ich bin großer YouTube-Fan – durch durch die Daily Vlogger, angefangen vom großen Casey über britische Beautyvloggerinnen bis hin zu MandT. Einfach erzählen, was mir gerade so passiert, was mir gerade so gefällt. Ein Schlüsselerlebnis zum konkreten Schritt in die Richtung war dann das Barcamp Köln im Sommer 2015. Dort erzählten gleich mehrere, teilweise echte Szenegrößen, dass sie eigentlich jenseits von Strategie und Personal Branding einfach wieder nur über Persönliches bloggen wollen würden.

Und da war bei mir dern Knoten geplatzt, der Groschen gefallen, der Entschluss gefasst: ich schreibe jetzt erst mal über meine Hobbies – hach, wie retro 😉 – und das mache ich für mich und wenn Du da draußen die gleichen Sachen klasse findest, dann ist das prima, dann schreibe ich auch für Dich! Ich habe einfach losgelegt und mein Blog etwas umgebaut,  mir neue Kategorien überlegt und dabei ist vorerst rausgekommen, was ihr heute vor euch habt: eine wilde Mischung aus Lesestoff aller Himmelsrichtungen, ganz subjektiven Reiseberichten, trotz meines fortgeschrittenen Alters von 48 Jahren auch noch eine Menge Mädelskram und eben einfach mein random stuff.

Klar, ich habe keine exorbitanten Zugriffszahlen, im Gegenteil, meine Leser kann ich alle mit Handschlag begrüßen. Aber dafür bekomme ich auch sehr persönliches Feedback und ich schreibe über das, was mir Spaß macht, was mich wirklich interessiert, schreibe darüber in meiner Sprache, schreibe wenn ich gerade mal Zeit habe. Und das Kuriose und gleichzeitig Schöne ist: Das Bloggen macht mir Spaß! Es macht Spaß stundenlang am Artikel zu fummeln, Links zu suchen, Fotos zu knipsen, Artikelbilder und -grafiken zu basteln, aus einem geschriebenen Artikel gleich Ideen für fünf neue zu finden. Ich habe mir sogar für 2016 einen großen,dicken Kalender nur fürs Bloggen gekauft um zu planen, Ideen zu sammeln und Artikelskizzen zu machen.

Was bin ich nun? Der letze Mohikaner einer aussterbenden Netzspezies oder Vorreiter einer Renaissance des persönlichen Weblog-Tagebuchschreibens? Was meint ihr?

Nach langer Vorrede kommen hier dann noch meine Antworten auf Ansgars Fragen:

1. Gibt es Vorsätze für das neue Jahr?
Vorsätze fürs neue Jahr habe ich nicht, da deren Umsetzung in der Vergangenheit sowieso nie geklappt hat. Ich nehme mir eher im Laufe des Jahres konkrete Projekte vor, die ich dann in kürzerer Zeit zu realisieren  versuche.

2. Gesellschaftsspiele mit Karten (z.B. ‘Werwolf’) oder Brett (z.B. ‘Lifestyle’)?
Beides – In unserer Spielerunde spielen wir oft die Klassiker „Die Siedler von Catan“, „Tikal“ (Brettspiele) oder „Gras“ (Kartenspiel).

3. Ist Google+ die sprichwörtliche „Geisterstadt“?
Hm, schwer zu sagen. Einige sind auf G+ ja immer noch sehr aktiv, mein Dienst ist es allerdings nicht. Einerseits finde ich den Content, der mich interessiert eher an anderen Stellen und außerdem nutze ich inzwischen lieber Plattformen, die bild- bzw. bewegtbilddominiert sind, wie Instagram oder Snapchat.

4. Kino oder Theater?
Theater, allein schon aus beruflichen Gründen 😉

5. Welche Lesung einer Autorin/ eines Autors besuchtest du zuletzt?
Eine Lesung mit Tanja Kinkel, einer Autorin historischer Romane.

6. Welches literarische Genre liest du momentan am liebsten?
Krimis

7. Gibt es eine Literaturverfilmung, die du empfehlen könntest?
Ist „Der Herr der Ringe“ Literatur? 😉
Die Filme finde ich großartig. Die Buchvorlage ist toll umgesetzt und die Filme sind sicher auch etwas für Leute, die sich für das Genre High Fantasy in Buchform nicht so begeistern können.

8. Wo warst du zuletzt im Urlaub?
Über Silvester in Valencia

9. Welche Kontinente möchtest du zukünftig noch bereisen?
Afrika, besonders Marokko und Südafrika, das Tolkienland Neuseeland und – mein großer Lebensvorsatz – alle Regionen Nordamerikas.

10. Wenn du dich beruflich neu aufstellen müsstest, wäre was dein Traumjob?
digitaler Nomade, mit dem Laptop durch die Welt reisen.

11. Auf welches Event freust du dich im Jahr 2016 gerade am meisten?
Als Immi im Rheinland freue ich mich im Moment sehr auf Karneval und außerdem auf das Bookup zur Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises im März. Über den März hinaus habe ich noch nicht viel geplant, aber es wird sicher noch einige spannende Events geben. Und auf die – welche auch immer es sein werden – freue ich mich auch.

Meine Fragen:

1. Was ist zur Zeit Dein liebstes Gadget?
2. eBook oder print?
3. Die ersten Infos am Morgen kommen aus der gedruckten Tageszeitung  / aus dem Netz?
4. Top 1 Deiner Bucketlist – was willst Du im Leben unbedingt einmal machen, erleben, sehen, probieren?
5. Du hast ein Sabbatjahr – wo würdest Du es verbringen und was würdest Du tun?
6. Welche ist die meistgenutze App auf Deinem Smartphone?
7. Document your life –  eher mit Fotos oder eher mit Bewegtbild?
8. Deine persönlichen Top 3 Lieblingsorte / Sehenswürdigkeiten an Deinem Wohnort bzw. in der näheren Umgebung?
9. Sachbuch oder Belletristik?
10. Einkaufen – online oder vor Ort?
11. Selbst kochen oder auswärts essen?

und meine Zusatzfrage:

12. Quo vadis Blogging – werden auch persönliche Blogs immer professioneller und tendenziell monothematisch oder gibt es eine Zukunft (Renaissance) des persönlichen Netztagebuchs?

Und das möchte ich gerne wissen von:

allen, die Lust haben, mein Blogstöckchen aufzuheben.

 

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