USA Südwesten – mein persönlicher Travel Guide

Sommer im Sonnenstaat – kann es schöneres geben? Für mich ein Traum, der dieses Jahr in Erfüllung ging, drei Wochen im Südwesten der USA.

Seit fast 20 Jahren bin ich bekennender Fan der USA und mache fast jedes Jahr den Sprung über den großen Teich. Ich war aber bisher noch nie an der Westküste, was sich in diesem Sommer geändert hat. Vier Bundesstaaten, Kalifornien, Nevada, Utah und Arizona sowie die Metropolen Los Angeles und Las Vegas standen auf dem Programm. Das waren drei Wochen, prall gefüllt mit tollen Eindrücken und Erlebnissen. Meine persönlichen Tipps und Highlights habe ich hier zusammengefasst.

1st Stop L. A.

Beach Towns
Wer nach L.A. kommt, muss die Beach Towns sehen! Von Santa Monica im Süden bis Redondo Beach im Norden erstrecken sich entlang der Küste endlose, breite Strände und mehrere kleine Orte von beschaulich bis mondän. Wer ein paar Tage Entspannung sucht und zwischendurch mal etwas L.A.-Sightseeing machen möchte, dem kann ich Manhattan Beach und Hermosa Beach empfehlen. Beide Orte sind sehr ruhig, die Atmosphäre ist sehr entspannt und entspricht ganz dem gechillten südkalifornischen Lifestyle. Die Strände sind nicht überlaufen, gepflegt und auch für Sportler gibt es Angebote, wie Beachvolleyball, Surfing oder Radfahren.

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Venice
Venice steht in erster Linie für Sport. Der Muscle Beach und die vielen Fitnessstudios sind seit Jahrzehnten die Pilgerstädte der Bodybuilder. Auf dem Ocean Front Walk sieht man aber auch viele Skater, Inliner, Volleyballer und vom Ufer aus kann man den Surfern zusehen. Neben den Sportlern ist die Graffiti-Szene weltbekannt und viele Ecken kennt man schon aus Filmen. Neben dem Ocean Front Walk sind die Venice Canals ein Must! Es gibt einige Zugänge zum Viertel, vom Strand aus erreicht man es am besten über den South Venice Boulevard.

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Allen, die etwas ausgefallener shoppen und gut und gesund essen möchten, empfehle ich den Abbot Kinney Boulevard. Sehr guten Kaffee gibt es in der Intelligentsia Coffeebar, 1331 Abbot Kinney Blvd. (!) Das Café ist leicht zu übersehen. Haltet nach einem hellrot verklinkerten Gebäude mit bodentiefen, halbrunden Fenstern Ausschau. Über dem Eingang hängt eine weiße Tasse, das Café ist im hinteren Teil des Gebäudes.

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The Butcher’s Daughter, 1205 Abbot Kinney Blvd, macht fleischlos glücklich. Das Angebot ist rein vegetarisch bzw. vegan, gesund, frisch und mit lokalen Produkten hergestellt. Nicht ganz günstig aber ausgesprochen köstlich.

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West Hollywood
West Hollywood ist mit seinem Farmers Market und dem Einkaufszentrum The Grove einen Besuch wert. Außerdem lohnt es, die North Fairfax Avenue, Melrose Avenue, La Brea Avenue und den Beverly Boulevard entlang zu wandern. Hier gibt es Restaurants, Cafes, kleine Boutiquen und teilweise recht schräge Gallerien und Second Hand Läden jenseits von Ketten und den immer gleichen High Street Läden.

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Las Vegas

Shoppen und Zocken – dafür steht der Hot Spot in der Wüste. Als Ausgangspunkt oder Zwischenstopp für eine Rundreise ideal und 24 Stunden kann man sich diese verrückte, künstliche Welt gut anschauen. Mein Tipp: zum Sonnenuntergang den Las Vegas Boulevard entlang laufen, die Lichter genießen und die Wasserspiele vor dem Bellagio nicht verpassen.

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City Center
Sehenswert ist das neue City Center. Bei der Gestaltung des Areals mit mehreren Hotels (Aria, Mandarin Oriental, Vdara, The Harmon u. a.) Casinos und Shoppingcenter waren die weltweit renommiertesten Architekturbüros beteiligt und weltbekannte Künstler zeigen ihre Werke dort im öffentlichen Raum. Und mit Christian Louboutin, Stella McCartney, Gucci, Dolce & Gabbana, Louis Vuitton und vielen anderen sind auch in Sachen Shopping die großen Künstler unserer Zeit vertreten.

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Weites Land – Nationalparkhopping

Der Südwesten ohne Nationalparkbesuch – undenkbar. Meine Tour ging innerhalb von drei Tagen vom Zion National Park über den Lake Powell, den Marble Canyon und Grand Canyon bis zum Joshua Tree National Park. Die Nationalparks sind alle ganz unterschiedlich und zeigen auf relativ kleinem Raum die große Vielfalt der Natur in der Region. Die Tour kann ich Naturliebhabern nur empfehlen und ich war auch sicher nicht zum letzen Mal dort. Bei einem nächsten Besuch würde ich mir mehr Zeit nehmen als drei Tage um die die Nationalparks genauer anzuschauen, länger am Lake Powell, dem zweitgrößten Stausee der USA, zu bleiben und auch um weitere Nationalparks der Region zu besuchen.

Meine Tipps für Nationalparkbesucher:

  • Viel(!) Wasser, Elektrolytgetränke und Snacks mitnehmen.
  • Wer mehrere NPs besucht, kann mit dem Annual Pass sparen (80$, 12 Monate gültig für alle NPs der USA, für zwei Personen und PKW, nicht übertragbar)
  • Punkte im Park ansteuern, die nicht in unmittelbarer Nähe der zentralen Visitor Center sind. Dort ist idR deutlich weniger los (besonders in der Hauptsaison).
  • Möglichst früh am Morgen oder abends im Park sein und ggf. dort übernachten. Licht und Atmosphäre sind dann ganz besonders und die Tagesbesucher sind weg.
  • Auf den Wegen zwischen den Nationalparks genügend Zeit einplanen. Die Schönheit der Landschaft hört nicht an den Grenzen der Nationalparks auf. Auch zwischen ihnen gibt es viel Beeindruckendes zu bestaunen und daher sollte für Pausen genug Zeit sein.
  • Die Faustregel „bei halbem Tank so langsam übers Nachtanken nachdenken“ erspart Schweißausbrüche und Panikattacken 😉
  • Sehr umfangreiche und aktuelle Infos, Karten, Hintergründe zu allen Nationalparks gibt es auf der Website des National Park Service. Wer auf eigene Faust durch die Nationalparks streift, sollte sich auf jeden Fall hier vorab informieren, da auch immer aktuelle Warnungen über Wetter, Brände, Insekten etc. veröffentlicht werden.

 

Zion National Park und Lake Powell

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Marble Canyon und Grand Canyon

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Joshua Tree National Park

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Historic Route 66

90 Jahre ist sie alt, die Mutter aller Straßen. War sie einst die erste durchgehende Ost-West-Verbindung, hat die einspurige, durch viele Orte verlaufende Straße für den heutigen Verkehr keine Bedeutung mehr. Längst sind parallel zu ihr neue, mehrspurige, gerade Interstates gebaut worden. Was bleibt, ist die Legende und die langsam verfallenden Relikte einer längst verganenen Epoche. Und genau das macht den Charme aus. Besonders an ihrem letzten Teil, in Arizona und Kalifornien kann man noch viele der alten Tankstellen, Motels und Diner entdecken. Einige sind noch in Benutzung im ursprünglichen Sinn oder als Souveniershops genutzt, einige sind einfach nur noch die Geister einer vergangenen Zeit.

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Seligman
Seligman ist eine dieser (fast) Geisterstädte. Bevor gegen Mittag die ersten Touristenbusse auftauchen, ist der kleine Ort, dessen Gebäude so langsam vor sich hin rotten, nahezu ausgestorben, alles wirkt geschlossen und verlassen. Alles? Nicht alles! Am Ende des Ortes liegt Westside Lilo’s. Das Café ist ein Erlebnis. Lilo stammt aus Wiesbaden und ist Anfang der 1060er Jahre ihrem Mann, der aus Seligman stammt, in die USA gefolgt. Im Café, täglich geöffnet von 06.00 – 21.00 Uhr, mischen sich in der Gestaltung deutsche und amerikanische Klischees, was eine schräge aber gemütliche Mischung ergibt. Auch das Menü ist eine Mischung aus deutschen und amerikanischen Klassikern. Besonders gelobt werden Lilos deutsche Kuchen und das zu Recht! Die Zimtschnecke, die ich probiert habe, war die beste meines Lebens.

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Durch die Mojave Wüste von Fenner nach Amboy
Die für mich beeindruckendste Passage war die durch die Wüste – Hitze, Lichtspiegelungen und absolute Stille – ein großartiger Eindruck.

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2 Gedanken zu “USA Südwesten – mein persönlicher Travel Guide

  1. Schwupp da habe ich mich festgelesen liebe Ulrike und bin mal eben über den großen Teich durch Westen und Wüste gezogen.
    Wunderbar zu lesen wunderbar anzusehen!
    Danke sehr 😀
    Sonja

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