Work In Progress – Kommt mein Blog zurück?


Wieder beleben oder sterben lassen? Eine grundsätzliche Frage bei Projekten, die einem am Herzen liegen und die sich längere Zeit nicht von der Stelle bewegen – so wie mein Blog.

Seit Oktober letzten Jahres, also seit gut zwölf Monaten ist hier auf dem Blog nichts mehr passiert. Gründe dafür gab und gibt es immer noch einige. Durch meinen zweiten Job seit Anfang 2016 ist die Zeit natürlich viel knapper als zuvor aber auch inhaltlich stellten sich mir immer wieder und immer mehr Fragen: Worüber schreibe ich? Habe ich das eine Thema? Wo ist meine Nische? Was ist mein USP? Viele dieser Fragen konnte ich nie wirklich beantworten, schon zum Start des Blogs nicht.

Ich lese gerne, reise gerne, interessiere mich für vieles und die Schwerpunkte in den Interessen verschieben sich auch immer wieder. Das eine Thema oder das eine Talent, die eine Sache in der ich wirklich gut bin und mit der ich meine Leser langfristig bereichern kann, habe ich nicht. Ich möchte das, was mir gefällt mit anderen teilen und vielleicht gibt es da draußen ja auch ein paar Leute, die das gut finden und meine Artikel lesen. Aber ist das Grund genug fürs Bloggen?

Zu viel führt zu nichts

Entstanden ist mein Blog aus einem Blogpraktikum heraus. Damals war das folgerichtig und logisch, denn das worin ich mich über mehrere Monate bei schwindt-pr mit viel professioneller Unterstützung geübt hatte, wollte ich natürlich auch langfristig praktisch anwenden. So entstand, quasi am Reissbrett, mein Blog. Die Themenfrage gab es schon damals. Meine privaten Interessen waren / sind Allerweltsinteressen, dazu gab es schon massenhaft gute Blogs. Und um einen Ratgeberblog über Social Media und digitale Themen zu starten, dazu fühlte ich mich nicht kompetent genug. Trotzdem habe ich angefangen und es hat Spaß gemacht. Durch Austausch mit anderen Bloggern und durch Besuche von Barcamps fühlte ich mich zunächst sehr inspieriert und bereichert. Schnell kamen dann aber Zweifel und Unlust.

Stichworte wie personal Branding, Optimierung, das „richtige“ Thema, wie wichtig es sei, eine eigene Nische für sein Blog zu finden, der perfekte Text, das perfekte Foto, die perfekte Social Media Strategie usw. etc.. Klar, alles nicht falsch, sehr richtig sogar, wenn man sich ein Business aufbauen möchte oder den Blog (auch) monetarisieren möchte. Das ist aber nicht die Idee hinter meinem Blog und daher hat das alles bei mir erst mal eine große Unlust und Demotivation ausgelöst. Nicht nur bezüglich des Bloggens, sondern auch bezüglich der digitalen Welt insgesamt – dazu aber (vielleicht) ein anderes Mal.

Weiterbloggen – ein paar Gründe dafür

Seit ich keine Artikel mehr veröffentliche, werde ich immer wieder angesprochen, mein Blog doch wieder zu aktivieren und es kommen in Gesprächen immer noch Reaktionen auf meine Artikel. Reiner Selbstzweck war mein Blog also nicht, er hatte offenbar einige Leser 😉

Was ich auch gemerkt habe, besonders im Zusammenhang mit meinen beiden sehr kommunikationsintensiven Berufen: Die Schreibroutine geht verloren. Schreiben ist sicher zum Teil Talent und zum Teil Handwerk, aber das ans Schreiben gewöhnt sein, die Routine ist auch nicht zu verachten. Je mehr ich schreibe, je leichter fallen mir Texte, ich werde schneller, eloquenter, einfallsreicher. Bloggen als Training für den Job – Warum nicht?

Außerdem teile ich, wie die meisten Menschen, gerne meine Erfahrungen. Meine Erfahrungen und Erlebnisse mit Büchern habe ich viele Jahre in meinem ersten Beruf als Buchhändlerin teilen können und dieses Bücher empfehlen hat einfach immer großen Spaß gemacht. Mein Blog wäre also die Möglichkeit, das fortzusetzen.

Gleiches gilt fürs Reisen. Ich reise oft und gerne und auch oft alleine. Auch hier werde ich oft gefragt, wie ich dieses Ding mit dem Alleinreisen mache und ob ich Tipps zu bestimmten Orten habe. Außerdem mache ich gerne Selbstversuche zu Themen, die mir so über den Weg laufen, aktuell z. B. das Thema Zero Waste, über die ich auch gerne berichte.

Ein toller Motivator waren zwei Veranstaltungen, die ich in diesem Jahr besucht habe. Bei beiden ging es nicht um die Metaebene des digitalen Lebens, sondern ganz handfest und zeitgemäß um das Thema Bücher: Das Litcamp Bonn und die Litblog Convention in Köln. Bei beiden Veranstlatungen habe ich großartige Bloggerinnen und Blogger getroffen, die mich sehr motiviert und inspiriert haben.

Vorläufiges Fazit: Es geht weiter (irgendwie)

Als ich an einem der vergangenen Sonntage aus anderen Gründen nur mal eben meinen Rechner aufgeklappt habe, habe ich mich bei WordPress eingeloggt und einfach mal spontan ein paar Design- und Kategorieveränderungen gemacht und auch mit einer möglichen Namensänderung gespielt, die ich schon länger im Kopf hatte und habe angefangen, diesen Artikel zu schreiben – ein erster Schritt…

Meine Strategie: ich folge meiner Intuition, schreibe über das, was mich gerade bewegt, beschäftigt, mein Leben bereichert. Das ist sicher eine wilde Mischung und nicht immer konsequent, aber vielleicht ist das ja gerade meine Nische, mein USP. Branden und optimieren – nö, aber die Qualität von Texten und Bildern und der inhaltliche Austausch mit Lesern und gleichgesinnten Bloggern – da soll, darf, kann sich auf jeden Fall noch einiges entwickeln.

Stay tuned 😉

2 Gedanken zu “Work In Progress – Kommt mein Blog zurück?

  1. Gute Entscheidung. Blogs sollen sich mit ihren Machern weiterentwickeln. So gibt es schwindt-pr ja nun auch schon seit über einem Jahr nicht mehr. 😉 Ich halte es seitdem ähnlich wie Du es oben beschrieben hast. Bloggen sollte man, dann, wenn und worüber man was zu sagen hat. Gerade wenn andere das Bloggen inzwischen zum reinen Businessinstrument verkommen lassen. Viel Spaß und Erfolg auf Deinem Weg!

  2. Pingback: Übers Bloggen – Gedanken zum Kaffee | Ulrikes Magazin

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