Natur pur – Am St. Lorenz Strom und die Halbinsel La Gaspésie

Östlich von Montreal fahren wir zu Beginn unserer Rundreise zunächst durch eine landwirtschaftlich geprägte Region und dann gibt es nur noch Berge, Wald und Wasser.

Sacré-Coeur am Fjord de Saguenay

Zuerst folgen wir von Montréal aus ca. 500 Kilometer dem St. Lorenz Strom an dessen Nordufer. Auf der Höhe von Tadoussac mündet der Saguenay-Fjord. In Sacré-Coeur, ein paar Kilometer den Fjord hinauf haben wir unsere beiden ersten Rundreisetage verbracht. Tadoussac selbst ist bekannt für seine Walsichtungen. Entsprechend werden von hier aus auch Bootstouren angeboten und die Stadt ist touristisch stark frequntiert. Wir haben mit Rücksicht auf den Lebensraum der Tiere auf eine solche Tour verzichtet und unsere Walbeobachtungen von Land aus gemacht. Das ging auch sehr gut. Einen guten Beobachtugspunkt für Belugawale gibt es im Bereich der Baie-Sainte-Marguerite im Parc national du Fjord-du-Saguenay. Nach einer kleinen Wanderung durch den Wald erreicht man einen Aussichtspunkt an dem Ranger Wissenswertes zu den Belugas erklären und Ferngläser für die Beobachtung ausleihen.

Am Saguenay Fjord

Hinweisschild zum Beobachtungspunkt

In der Bucht konnten wir Belugas beobachten

Wer gut und gemütlich – und mit einem grandiosen Sonnenuntergang – essen möchte, dem kann ich das kleine Restaurant Casta Fjord, 340 Chemin de l’Anse-de-Roche, direkt am Hafen von Sacré-Coeur, sehr empfehlen. Wer sicher zum Sonnenuntergang einen Tisch haben möchte, sollte im Vorfeld reservieren.

Das bezaubernde kleine Restaurant Casta Fjord

Köstliche Pasta mit Aussicht

Sonnenuntergang am Fjord

Sonnenuntergang am Fjord

Übernachtung in Sacré-Coeur: Hotel / Motel Coronet 401 route 172 Nord – ein klassisches Landstraßenmotel mit angegliederter Tankstelle, kein Palast, aber die Zimmer sind ruhig und sauber, ausreichend groß und mit Kühlschrank und Balkon.

Nationalpark Bic

Nach zwei Tagen ging es weiter Richtung Osten und mit der Fähre über den St. Lorenz Strom auf die Halbinsel La Gaspésie. Eine längere Pause haben wir im Parc National du Bic gemacht. Die Wanderroute, die wir gewählt haben, ging auf einem naturbelassenen Weg über Wurzeln und Geäst in einer ordentlichen Steigung hinauf und wurde durch einen grandiosen Ausblick auf den St Lorenz Strom belohnt.

Verladung auf die Fähre von Les Escoumins nach Trois-Pistoles

Ein Strom, der wirklich einer ist.

Wanderweg im Parc National du Bic

Natur pur

Aussicht im Parc National du Bic

Golden Hour am Strom

Golden Hour am Strom

Etappenübernachtung: Motel Beaurivage 245 1re Avenue O, Sainte-Anne-des-Monts – Das Motel war überraschend gut und hat mich sehr an das Hotel in Dirty Dancing erinnert. Die Zimmer sind geräumig, alle ebenerdig mit Terrasse und direktem Blick auf den St. Lorenz Strom. Das Frühstück war auch sehr ansprechend. Das Hotel eignet sich auch gut als Ausgangspunkt in den ca 30 Autominuten entfernten Parc National de la Gaspésie.

Motel Beaurivage

Sonnenuntergang am Motel Beaurivage

Parc National de la Gaspésie

Im Parc National de la Gaspésie enden die Appalachen, der Gebirgszug, der sich über fast die gesamte Ostküste Nordamerikas erstreckt und über den einer der wohl bekanntesten Fernwanderwege führt, der Appalachian Trail. Landschaft und Natur sind absolut beeindruckend.

Zwei Tipps rund um den Park:

  1. Nicht zu spät anreisen, die Parkplätze sind nicht besonders zahlreich und daher früh belegt.
  2. (und das gilt grundsätzlich für die Region) Straßen, die nicht als absolute Hauptstraßen ausgewiesen sind, sind oft unbefestigte Schotterpisten, die, falls man nicht gerade einen Dodge RAM oder vergleichbares zur Verfügung hat, eine echte Herausforderung sein können.

Parc National de la Gasésie

Parc National de la Gasésie

Parc National de la Gasésie

Parc National de la Gasésie

Parc National de la Gasésie

Tierische Entdeckung im Parc National de la Gasésie

Percé

Das nächste Etappenziel war die östliche Spitze der Halbinsel, das Örtchen Percé. Wegen des berühmten Felsens vor der Küste ist Percé ein Touristen-Hotspot und ziemlich überlaufen, aber die umgebende Natur und der Ausblick auf die Mündung des St. Lorenz Stroms in den Atlantik sind umwerfend. „Überlaufen“ ist auch relativ. Im Vergleich zu nur einer Handvoll Menschen, die man in den Wäldern und Nationalparks trifft, sind vergleichsweise viele Leute unterwegs. Daher in der Hauptsaison unbedingt mit etwas Vorlauf eine Unterkunft suchen. Wer abends anreist und auf ein freies Zimmer hofft, hofft unter Umständen vergebens.

Rocher de Percé

Sonnenuntergang in Percé

Rocher de Percé

Frühstück mit Aussicht

Übernachtung in Percé: Au Pic de l’Aurore Village Chalet Motel, 1 route 132 ouest – hier hatten wir ein Chalet gebucht, ein freistehendes Holzhaus mit zwei Schlafzimmern, großer Wohnküche und Terrasse, sehr gemütlich, tolle Aussicht.

Die Südküste entlang nach Pointe-à-la-Garde

An der Südküste ging es nach zwei Tagen weiter zu dem letzten wohl skurrilsten Ziel der Rundreise. Zum irgendwo im Nirgendwo gelegenen Chateau de Bahia. Ob es daran lag, dass der Tag der Etappe an der Südküste der einzige verregnete war, oder ob diese Region wirklich nicht so viel hergibt kann ich nur schwer sagen, die Übernachtungen im Chateau waren allerdings ein Ereignis. Irgendwann Mitte der 1970er Jahre hatte der heutige Besitzer Jean den Traum ein Schloss in Kanada zu bauen und das hat er tatsächlich auch getan. Mit Hilfe von Familie, Freunden und Freiwilligen aus aller Welt baut er immer noch an seinem Traum. Und er nimmt seine Rolle als Gastgeber ernst. Jeden Abend bekocht er alle und man isst gemeinsam an einer großen Tafel im Haupthaus.

Chateau de Bahia

Übernachtung in Pointe-à-la Garde: Auberge du Château Bahia, 152 boulevard Perron


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Québec City – (folgt)

 

Ein Gedanke zu “Natur pur – Am St. Lorenz Strom und die Halbinsel La Gaspésie

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