Buchtipp: William Finnegan – Barbarentage

Eine sehr lesenswerte Autobiografie über die Leidenschaft Surfen, ausgezeichnet mit dem Pulitzer Preis 2016

Buchcover Barbarentage

William Finnegan – Barbarentage

Für ihn ist es Liebe, Leidenschaft, Lebensinhalt – das Surfen. In der Autobiografie „Barbarentage“ beschreibt der Journalist William Finnegan, wie das Surfen von Kindheit an sein Leben bestimmt hat. Den Großteil seiner Kindheit und Jugend verbringt Finnegan in Los Angeles. Zum elften Geburtstag bekommt er von seinem Vater sein erstes eigenes Surfboard geschenkt und erlernt in den darauf folgenden Wintermonaten an der Küste von Ventura das Surfen. Schon damals wurde eine kleine Flamme für diesen Sport entfacht, die sich drei Jahre später voll entfalten sollte. Durch den Beruf des Vaters bedingt zog die Familie nach Honolulu auf Hawaii und hier wurde endgültig der Grundstein für die Leidenschaft und die immerwärende Suche nach der perfekten Welle gelegt.

Nach der Rückkehr nach Kalifornien beendet er die Schule und beginnt ein Studium, sein eigentliches Interesse gilt aber dem Surfen und den Spots, über die er in Surfmagazinen gelesen hat. Er bricht sein Studium ab, tingelt zu versichedenen Stränden, u. a. wieder nach Hawaii, aber auch nach Europa und nimmt, zurück in Kalifornien, einen Job bei der Eisenbahn an, um sich zu finanzieren. Mit Mitte Zwanzig gibt er sein Leben in den USA auf und startet eine Reise durch den Südpazifik, nach Australien, Asien und Afrika. Nach vielen Jahren des Nomadentums kehrt er in die USA zurück und lässt sich schließlich in New York nieder. Er arbeitet als Journalist beim New Yorker und gründet eine Familie. Die Wellen lassen ihn aber nicht los, bis heute.

William Finnegan schreibt mit Begeisterung und Offenheit über das eine Thema für das er brennt. Er nimmt vieles in Kauf für das, was ihm wichtig ist. Er beschreibt ebenso fesselnd, wie glaubwürdig, wie wichtig es ihm ist, seinen Traum leben und wie viel ihm das gibt und auch die Herausforderung, nicht egoistisch im Umgang mit Freunden und Familie zu sein und sein eigenes Auskommen zu haben, thematisiert er.

Der Autor gibt immer auch einen Einblick in die Kulturen, Eigenarten und Gebräuche der Menschen, mit denen er auf seiner Reise in Kontakt kommt und Ereignisse der Zeitgeschichte finden auch immer wieder Erwähnung, was die Geschichte zusätzlich interessant macht.

Fazit: Die Biografie ist spannend und flüssig geschrieben, sie liest sich wie ein Roman und zieht Leser durch seine Begeisterung so in den Bann, dass man am liebsten sofort selbst aufs Brett steigen möchte.

William Finnegan – Barbarentage
566 Seiten
Suhrkamp, 2018
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Tanja Handels

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