Gedanken zum Kaffee – Metropolen und Shopping

Broadway/Ecke W. Houston – Wohin jetzt? Shoppen, keine Lust. Also, erstmal Kaffee. Metropolen ohne Shopping, macht das für mich Sinn? Und wie kam es dazu? – Gedanken zum Kaffee in SoHo, New York.

Kaffeebecher

Gedanken zum Kaffee bei Gasoline Alley Coffee, 154 Grand Street, New York City

Werteverschiebung? Konsumverzicht? Minimalismus? Das sind ja alles aktuelle Trends, ob es aber daran liegt, dass das Interesse am Einkaufen bei mir gegen null tendiert kann ich nicht sagen. “Shopping is my cardio” war viele Jahre meine Devise und nicht selten heftete jemand vom Flughafenpersonal bei der Rückreise von Städtetouren den roten Anhänger mit dem “Heavy” Zeichen an meinen Koffer. Seit gut einem Jahr hat sich das verändert, einfach so, unbewußt, ohne Vorsatz oder Überlegung.

Ich habe viel, zu viel. Um alles ordentlich und nicht gestapelt oder mehrreihig aufzubewahren, bräuchte ich mindestens zwei Räume mehr. Aber was soll ich mit den Sachen machen, mit denen ich 100 qm oder mehr füllen könnte. Was jetzt in zweiter Reihe steht oder unten im Kleiderschrank liegt, daran kann ich mich teilweise überhaupt nicht erinnern. Brauche ich Sachen, an die ich mich nicht mal erinnere? Oder brauche ich noch mehr? Die Antwort ist klar: nein!

Inspiration statt Shoppen

Was mache ich also in der Zeit, die ich sonst bei Städtereisen zum Shoppen genutzt habe? Ich gehe in Geschäfte. Ein Widerspruch? Nein. Viele Geschäfte, Einkaufsstraßen und deren Kunden sind Inspiration für mich. Oft habe ich zwischen meinen vielen Sachen schon etwas ähnliches, das sich durch neue Kombination oder andere Verwendung aufwerten und neu einsetzen lässt und dazu ist diese Inspiration sehr hilfreich. Außerdem ist es für mich manchmal ein Erlebnis, einfach anderen beim Shoppen zuzuschauen.

Als Inspirationsquellen in New York mag ich besonders das Kaufhaus Bloomingdales und den Einrichtungsladen Crate & Barrel in SoHo, das Hipsterepizentrum Bedford Avenue in Brooklyn, die Geschäfte rund ums Rockefeller Center (besonders Anthropologie), Urban Outfitters (besonders die Filiale am Herald Square), den Meatpacking District sowie Cobble Hill in Brooklyn. Für den Erlebniseffekt fahre ich manchmal auch ins Rego Park Center, eine Shoppingmall in Queens, in die sich sonst garantiert kein Tourist verirrt.

Schlangestehen als Event

Und wer Schlangestehen als Event erleben möchte, dem kann ich Trader Joe’s an der Lexington Avenue (zwischen 33. Und 32. Straße) sehr ans Herz legen. In Spitzenzeiten sind hier allein vier Mitarbeiter ausschließlich damit beschäftigt, die Kassenschlangen zu sortieren, die sich durch den gesamten Laden schlängeln. Zwei von ihnen tragen große Fahnen und markieren damit die Enden der beiden Schlangen, eine dritte Person fügt die beiden langen Schlangen am Nadelöhr in Sichtweite der Kassen zusammen und die vierte Person teilt die Kunden jeweils einem der ca. 20 Bezahlpunkte zu. Alle sind freundlich, alle sind geduldig, viele haben ein freundliches Wort oder sogar einen Scherz auf den Lippen – eine Freude!

Aus dem Kaffeesatz – mein Fazit

Ich mag die Dinge, Bücher, Klamotten, die ich habe, auf die Dauer könnte es aber etwas weniger werden. Minimalismus ist wahrscheinlich nicht mein Ding, mit dem jetzigen Überfluss fühle ich mich aber auch nur so mittelwohl. Langfristig scheint für mich der Mittelweg passend zu sein – nicht zu viel, aber auch nicht nichts. Vielleicht wird das ja mal der neue Trend, das Wort dazu schöpfe ich jetzt schon mal: Metrolismus.

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