Träum den unmöglichen Traum – Meine Motivation zum Laufen

Seit Anfang Februar laufe ich, nach mehreren Jahren komplett ohne Sport, regelmäßig dreimal pro Woche. Am Vortag freue ich mich immer schon auf den nächsten Lauf und ich bleibe konsequent dran. Das überrascht mich selbst etwas, denn meine Mentalität ist/war lange eine andere. Was motiviert mich also? – ein paar Überlegungen:

Es gibt viele Gründe, warum Menschen mit Sport anfangen wollen. Sport allein als Mittel zum Zweck aber ist keine gute Motivation. „Ich will abnehmen, also fange ich mal mit dem Laufen an“, ein klassischer Grund bei vielen und bestimmt bei besonders vielen in meinem Alter. Der Stoffwechsel wird langsamer und die Pfunde werden mehr. Wenn man mit dem Sport anfängt und z. B. Abnehmen als erstes Ziel formuliert, kann das nur schief gehen, denn mit dem Abnehmen dauert das unter Umständen lange.

Abnehmen, fitter werden, eine bessere Silhouette, gesünder sein, mehr Abwehrkräfte, weniger Rückenschmerzen – das erreicht man, obwohl es oft der erste Impuls zum sportlichen Einstieg war, sogar mit ziemlicher Sicherheit erst im zweiten oder dritten Schritt. Ich habe seit Anfang des Jahres überhaupt nichts abgenommen, merke aber immer mehr, dass Sport einen Effekt auf meinen Körper und mein Befinden insgesamt hat. Das kommt, das passiert.

Als echtes Ziel habe ich mir keines dieser „Metaziele“ gesetzt da sie viel zu unspezifisch sind und Frust und Demotivation vorprogrammiert sind. Meine Ziele stehen in meinem Trainingsplan, sind konkret und haben direkt mit dem Laufen zu tun. Nach einer bestimmten Zeit möchte ich von 0 Kondition auf 30 Minuten am Stück Laufen kommen,das war mein erstes konkretes Ziel vom Anfang des Jahres und dazu hatte ich einen passenden Trainingsplan. Da ich seit einiger Zeit den Podcast von Bevegt gehört hatte und davon sehr begeistert war, habe ich mir das Laufstartprogramm von Bevegt gekauft und danach trainiert.

Dieses Ziel habe ich inzwischen erreicht und die Motivation habe ich unter anderem daraus gezogen, dass ich langsam besser und meinem konkreten Ziel immer näher gekommen bin. Und sobald das konkrete Ziel in erreichbare Nähe gekommen ist, habe ich mir schon das nächste, höhere gesetzt. Ich wusste also bei meinem ersten 30 Minuten am Stück Lauf schon, dass als nächstes die 60 Minuten am Stück auf dem Plan stehen und der Trainingsplan dazu war auch schon im Kalender eingetragen. Der Plan stammt auch aus dem Bevegt-Laufstartprogramm das ich übrigens sehr empfehlen kann.

Viel Motivation ziehe ich aus einer Kombi zwischen konkreten Zielen, die immer etwas jenseits des Vorstellbaren liegen und großen, irren, verrückten, unmöglichen Träumen.

Mein erstes Ziel oder eher Wunsch am Anfang des Jahres war, noch mal die Strecke zu laufen, die ich vor 20 Jahren locker geschafft habe und damals immer mal als Ausgleich zu anderem Sport gelaufen bin. In meinem unfitten Zustand vor knapp drei Monaten habe ich es für relativ unmöglich gehalten mit 50 Jahren noch mal auf mein Level als 30jährige zu kommen und auch am Anfang des Trainings habe ich das nicht für möglich gehalten, aber irgendwie doch darauf gehofft und, geschafft!

Den Gedanken, dass das Unmögliche möglich ist manifestiere ich immer wieder, indem ich Geschichten und Reportagen über Ultrasportler höre oder anschaue. Das ist regelmäßig der Podcast von Bevegt und auch Videos und Dokus z. B. über die Western States oder den Ironman auf Hawaii. Wow, was kann ein Körper leisten und wie weit können Gedanken bringen.

Alle erfolgreichen und leistungsstarken Sportler haben ein ähnliches, positives, optimistisches und nie aufgebendes Mindset. Das ist so wichtig: Der Körper kann viel bzw zu vielem gebracht und trainiert werden, der Weg dahin ist Kopfsache. Der Wille zur Zielerreichung ist eine starke Motivation.

Laufen ist eine Investition in mich selbst und wie bei jeder guten Investition dauert es eine Weile, aber dann zahlt sie sich aus, mal mehr, mal weniger, aber wenn man den ersten Schritt gelaufen ist, kommt der Gewinn, was man in seinen Sport investiert, kommt vielfach zurück, in Form von mehr Fitness, mehr Kondition, einer besseren Figur, mehr Ausgeglichenheit usw.

Ein paar meiner Glaubenssätze zu mehr Motivation:

  1. realistische Ziele setzen, die am Anfang immer etwas über dem aktuell möglichen liegen
  2. Ziele setzen, die direkt mit dem Sport zu tun haben (bestimmte Distanz, Dauer, Geschwindigkeit etc.
  3. Sich über erreichte Ziele freuen
  4. Positive Nebeneffekte bewusst wahrnehmen (Gürtel passt mit einem Loch weniger, man kann mit einem kleinen Sprint den Bus erreichen etc.) und sich darüber freuen
  5. nach kleinen Rückschlägen (z. B. Zwangspause wegen Erkältung) nicht das ganze Projekt infrage stellen
  6. Groß träumen
  7. Sich von Leuten inspirieren lassen, die viel besser sind um zu sehen was (theoretisch) möglich ist
  8. An die Leistungsfähigkeit des eigenen Körpers glauben
  9. Positiv über Sport denken und ein entsprechendes Mindset entwickeln
  10. Was uns begrenzt sind nicht die physischen Grenzen, was uns voranbringt sind nicht die physischen Fähigkeiten, was uns begrenzt sind Gedanken, was das Unmögliche möglich macht sind Gedanken. Also, die Überzeugung, dass vieles möglich ist, ist der stärkste Antrieb, die beste Motivation.

2 Gedanken zu “Träum den unmöglichen Traum – Meine Motivation zum Laufen

  1. Hört sich gut an. Viel Erfolg weiterhin!
    Also ich muss sagen, dass mich Laufen einfach „high“ macht: Der ganze Sauerstoff, dazu gute Musik, man fliegt förmlich über die Strecke. Die Welt könnte in so nem Moment gar nicht schöner sein.

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