Buchtipp: Winkelmann – Das Haus der Mädchen

Krimis hatte ich lange nicht mehr im Blick. Viele Jahre habe ich mein einstiges Lieblingsgenre vernachlässigt, es hat mich einfach nicht mehr begeistert. Mit Winkelmann sollte sich das ändern.

„Das Haus der Mädchen“ habe ich auf Empfehlung einer früheren Kollegin zu Weihnachten geschenkt bekommen. Sie war erste Sortimenterin in der Buchhandlung, in der ich meine Asubildung gemacht habe und hat uns früher schon mit ihrem unglaublichen literarischen Wissen die besten Lesetipps gegeben. Also war ich auch auf diese Empfehlung sehr gespannt.

„Das Haus der Mädchen“ spielt in Hamburg und erzählt zunächst parallel die Geschichten von Freddy Förster und Leni Fontane. Der einst erfolgreiche und dann gescheiterte Geschäftsmann Freddy Förster lebt inzwischen auf der Straße. Zufällig beobachtet er eines Nachts, wie ein Autofahrer von einem anderen kaltblütig erschossen wird. Aus Angst, dass der Mörder es nun auf ihn als Zeugen abgesehen hat, versucht Freddy zunächst unterzutauchen und macht sich dann aber auf eigene Faust auf die Suche nach dem Täter.

Leni Fontane kommt gerade in Hamburg an. Sie soll in ein paar Tagen ihr Praktikum bei einem Verlag antreten. Die schüchterne und unscheinbare Leni trifft vor dem Haus, in dem sie wohnen wird, auf die lebenslustige Vivien, die in Hamburg feiern und einen Millionär zu Heiraten finden will. Die beiden ungleichen jungen Frauen, die auch noch zufällig in der selben Wohnung wohnen, freunden sich direkt an.

Als Vivien kurze Zeit später verschwindet, macht sich Leni auf die Suche nach ihr und begegnet dabei zufällig Freddy Förster. Beiden ist sofort klar, der Mord an dem Autofahrer und das Verschwinden von Vivien müssen auf das Konto des selben Täters gehen.

Der dritte Protagonist ist Kommissar Jens Kerner. Er untersucht den Mord an dem Autofahrer und auch den an einer jungen Frau, die als Wasserleiche gefunden wurde. Als Leni Vivien vermisst meldet, findet Jens Kerner Paralleleen zu seinem Fall und eine Verbindung zu einem älteren, nie geklärten Mord. Drei junge Frauen, die als Touristinnen in Hamburg waren, sind auf unerklärliche Weise verschwunden, zwei von ihnen wurden bereits tot aufgegfunden. Hat Kerner es mit einem Serientäter zu tun…?

Wie oben schon erwähnt, hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Sie ist spannend und fesselnd geschrieben und reiht sich in die Tradition der amerikanischen Serienkillerromane ein. Der Spannungsbogen ist gut und es tauchen immer wieder neue Aspekte auf. Bei der Auflösung hätte ich mir zwar einen etwas größeren Überraschungseffekt gewünscht. Insgesamt ist „Das Haus der Mädchen“ ein sehr lesens- und empfehlenswerter Krimi, der mir wieder Lust auf das Genre gemacht hat.

Winkelmann – Das Haus der Mädchen
397 Seiten
Rowohlt, 2018

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