Blogparade – Schreiben über das Schreiben

Vor einiger Zeit erhielt ich die Einladung von Stephanie Müller zu ihrer Blogparade übers Schreiben. Ganz spontan kamen mir ein paar Gedanken dazu:

Schreiben ist für mich seit jeher eine Hassliebe. Manchmal kann ich nicht aufhören und mal schreibe ich wochenlang nichts. Schreiben mache ich nicht um des Schreibens Willen, es gehört bei der Liebe zu den Wörtern, bei der Liebe zu Geschichten dazu. Ich schreibe nicht, weil ich schreiben möchte, weil ich es gerne mache, im Gegenteil. Schreiben fällt mir meistens schwer, auch wenn ich es technisch durchaus gut kann, es dauert mir zu lange, es macht mich ungeduldig. Meine langsame Hand kann meinen schnellen Gedanken nicht folgen.

Texte werden oft einfach eine Wortcollage und weniger ein eloquenter Fließtext. Manchmal erinnert mich mein schreiben an eine Technik der Surrealisten, die écriture automatique. Dabei schreibt man einfach, was einem als nächstes in den Sinn kommt. Und das passt. Bei mir wollen die Gedanken nicht zwangsläufig auf Papier, sie müssen einfach manchmal aus dem Kopf. Der wird sonst zu voll, zu unstrukturiert, zu unübersichtlich, zu viel von allem. Die Gedanken rasen wild durcheinander und irgendwann geht nichts mehr.

Bis mal wieder der Knoten platzt und die wilden Gedanken als Text aufs Papier fallen bzw seit einiger Zeit in Google Docs auf meinem iPhone. Denn diese Knotenplatzer passieren unvorhersehbar, spontan, in unterschiedlichsten und manchmal unmöglichen Situationen. Da greife ich dann schnell zum Handy und tippe los. Dabei sind schon viele Texte und Textfragmente entstanden, von denen aber nur ganz wenige das Licht der Öffentlichkeit in meinem Blog gefunden haben. Genau wie jetzt. Stephanie hat zu dieser Blogparade aufgerufen und ich fand sie Idee schön. Zugesagt habe ich erst mal nicht, denn schreiben auf Ansage – schwierig.

Eben habe ich dann ein Foto von ihrem Zitronenbäumchen auf Instagram gesehen und zack, da ist ein Text. Zurück zur Hassliebe. Hass, weil mich das Schreiben unter Druck und nach Termin unglaublich anstrengend, Liebe, weil es meine Gedanken befreit und weil ich gerne erzähle und teile, besonders meine liebsten Themen Lesen und Reisen (und manchmal Digitales oder Nachhaltigkeit oder gesundes Leben). Schreiben ist übrigens auch mein berufliches Handwerkszeug und ich glaube, ich kann ganz gut damit umgehen. Aber Schreiben als Beruf oder als ein Teil davon ist eine andere Geschichte. So, jetzt dreht sich der Tornado im Hirn wieder etwas langsamer und ein Beitrag für die Blogparade ist da, vielleicht etwas irre und roh, aber egal, raus damit!

***

Edit: mit dem „raus damit“ hat es nun doch noch einige Zeit gedauert, und ich habe lange überlegt, ob ich den Text überhaupt veröffentlichen soll. Beim Schreiben kippt man ja doch oft sein Innerstes nach außen und in der Metaebene, also beim Schreiben über das Schreiben potenziert sich das dann noch. Heute endet die Blogparade und ich überlege immer noch… 😉

2 Gedanken zu “Blogparade – Schreiben über das Schreiben

  1. Liebe Ulrike, danke für diesen Text. Ich bin sehr froh, dass du doch Veröffentlichen gedrückt hast. Er ist so voller Elan und drückt perfekt die unterschiedlichen Emotionen aus, die man beim Schreiben haben kann. Ich kenne das gut. Liebe Grüße
    Stephanie

    • Liebe Stephanie,
      herzlichen Dank für das Feedback und auch den schönen Tweet. Bei mir geht es wirklich manchmal wild zu 😉
      LG

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