Lesetipp: Mareike Fallwickl – Dunkelgrün fast schwarz

Beeindruckendes Romandebüt aus Österreich, 2018 nominiert für das „Lieblingsbuch der Unabhängigen“ und „Hotlist – die besten Bücher aus unabhängigen Verlagen“

Das junge Paar Moritz und Kristin stimmt sich auf die Geburt seines ersten Kindes ein, als es an einem Abend klingelt. Vor der Tür steht Raffael, Moritz‘ Kindheitsfreund. Beide haben sich 16 Jahre nicht gesehen und Raf bittet Motz, so nannten sie sich als Kinder, um Unterkunft für eine Nacht da er kein Hotelzimmer finden konnte. Motz zögert, aber Kristin lädt den gutaussehenden und charmanten Raf direkt mit offenen Armen ein.

Rückblende um 31 Jahre, 1986, Die junge Mutter Marie zieht mit ihrem kleinen Sohn Moritz und Baby Sophia in ein Bergdorf in der Nähe von Salzburg, ihr Mann Alexander beendet gleichzeitig sein Medizinstudium in Wien. Beide kannten sich erst kurze Zeit als Marie ungeplant schwanger wird. Der verantwortungsvolle Alexander heiratet sie und bringt sie im Haus seiner verstorbenen Verwandten unter in dem Dorf, in dem er später auch seine Praxis eröffnen wird.

Marie fühlt sich einsam und findet keinen Anschluss bis sie eines Tages auf einem Spielplatz Sabrina trifft. Sie scheint in einer ähnlichen Situation zu sein. Ihr Sohn Raffael stürzt sich direkt auf Moritz und macht ihn zu seinem Freund und die Tragödie beginnt. Marie freut sich zunächst, dass Moritz einen Freund gefunden hat, schnell zeigt sich jedoch, dass diese Verbindung weder gut noch auf Augenhöhe ist. Motz kann nicht mehr ohne Raf, der schüchterne und introvertierte Junge ist ganz gefangen in dieser Freundschaft und liefert sich fast willenlos aus. Später, kurz vor der Matura, kommt Johanna dazu und die drei bilden ein toxisches Trio.

Das Buch ist eine Wucht! Es erzählt über zwei Generationen, wie Menschen miteinander umgehen, zeigt Abgünde am Rande des Erträglichen auf, erschreckt und überrascht immer wieder. Müssen die Guten immer scheitern und untergehen? Siegt das Böse immer? Das Buch wirkt lange nach und lässt die Leser mit vielen Fragen und Gedanken zurück, denn die Geschichte ist so echt, so authentisch, so nah am real möglichen und hat wahrscheinlich genau deshalb eine solche Kraft.

Das Buch endet einige Wochen nachdem Raf bei Moritz und Kristin aufgetaucht ist und wir Leser bleiben zurück und wollen doch so gerne wissen was in Paris passieren wird, wie sich Finja entwickelt, wo Samuel steckt und so viel mehr… „Dunkelgrün fst schwarz“ ist eines der spannendsten und beeindruckensten Bücher, die ich seit langem gelesen habe und bisher mein Highlight des Jahres 2019 – absolute Leseempfehlung!

Mareike Fallwickl – Dunkelgrün fast schwarz
Frankfurter Verlagsanstalt 2018
475 Seiten

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