Rückblick: Nachhhaltigkeitscamp Bonn 2018

Am letzten Freitag fand im BaseCamp Bonn das 3. Nachhaltigkeitscamp statt. Das Thema Nachhaltigkeit im weitesten Sinne interessiert mich seit vielen Jahren, also habe ich mir das #NCBN18 angeschaut.

Der erste Blick bei der Ankuft fiel natürlich auf die außergewöhnliche Location. Das Basecamp Bonn ist ein Verantaltungsort und in erster Linie Hostel mit einem spannenden Konzept. In einer großen Halle sind Wohnwagen und Eisenbahnwaggons aufgestellt, in denen man übernachten kann. Jeder Wagen steht unter einem eigenen Motto und ist entsprechend gestaltet.

Blick ins Basecamp

Die Begrüßung der 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die Sessionplanung fanden in der Mitte der Halle, quasi auf dem „Marktplatz“ statt. Die einzelnen Sessions liefen dann in verschiedenen Ecken der Halle und zum Teil, weil man z. B. ein Lastenrad probefahren konnte, draußen vor der Halle. Einige Sessions wurden als Silent Sessions angeboten, der Vortrag wurde also auf Kopfhörer übertragen.

Vorstellungsrunde

Nachhaltigkeit ist ein sehr weit gefasstes Thema, entsprechend war auch die Anzahl der angebotenen Sessionvorschläge groß und sehr vielfältig. Eine Auswahl aus den insgesamt 40 angebotenen Sessions war nicht so einfach. Ich habe mich für vier Sessions entschieden: „Insights UN“, „Bonn wird plastikfrei!“, „Lastenrad: Fairer Transport“ und „Persönliche Resilienz“.

Insights UN

Die Session wurde von Rebecca Freitag angeboten. Sie ist eine der beiden deutschen UN Jugenddelegierten für nachhaltige Entwicklung, die junge Menschen aus Deutschland bei der UN vertreten und mit anderen jungen Menschen weltweit zu den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit netzwerken. Rebecca hat uns einen Überblick über die 17 von der UN formulierten Umweltziele (Sustainable Development Goals) gegeben und kurz den aktuellen Stand der Zielerreichung skizziert. Außerdem hat sie über das Programm und ihre Arbeit als Jugenddelegierte berichtet.

Einige der UN-Ziele

Bonn wird plastikfrei

Diese Session wurde von Greenpeacemitgliederinnen aus Bonn angeboten. Sie haben kurz einige Aktionen vorgestellt, die es in Bonn zur Plastikvermeidung schon gibt (z. B. DIY-Kurse zur Herstellung von plastikfreien Kosmetika, Kampagne für wiederverwendbare Strohhalme) und dann etwickelte sich die Session zu einem regen Austausch und einer Ideensammlung, wie man Plastik vermeiden kann, für sich selbst im Alltag oder auch gemeinsam mit anderen in Projekten oder Mottomonaten.

Ideensammlung zur Plastikvermeidung

Viele haben von eigenen Erfahrungen berichtet und Tipps gegeben, wie man z. B. Einzelhändler für das Plastikproblem sensibilisieren kann und wie man gut mit wiederverwendbaren Netzen, Boxen und Taschen einkaufen kann. Es wurde darüber diskutiert, wie man Müll im öffentlichen Raum besser vermeiden kann, ob es die Möglichkeit gibt, mehr Mülleimer aufzustellen, auch direkt mit mehreren Fächern zur Mülltrennung, ob höhere Strafen für wildes Müllentsorgen sinnvoll sind und darüber, dass besser aufgeklärt werden soll, damit überhaupt erst weniger Müll entsteht. In der Session war auch eine Vertreterin der Stadt Bonn anwesend, die viele der Ideen mitgenommen hat und vielleicht ja auch ein paar davon umsetzen kann. Während der Session fiel auch die für mich prägnanteste Aussage des Tages: „Wegwerfen ist nicht weg“.

Gelebte Nachhaltigkeit – Viele hatten wiederverwendbare Tassen und Flaschen dabei

Lastenrad: Fairer Transport

Über die Hintergründe dieser Session hatte ich im Vorfeld schon einiges gehört und war gespannt, mehr von jemandem der selbst mitgefahren ist, darüber zu erfahren. Die Idee hinter dem fairen Transport ist, Produkte aus der Karibik emissionsfrei und klimaneutral nach Europa zu importieren. Schon seit gut zehn Jahren betreibt die niederländische Firma Fairtransport mehrere Segelschiffe und holt damit Kaffee, Kakaobohnen und Rum nach Amsterdam.

Aus dem Umkreis von mehreren huntert Kilometern fahren Initiativen mit Lastenrädern nach Amsterdam, um die Produkte abzuholen und zu den Endverbrauchern zu transportieren. Große Bekanntheit hat inzwischen die Schokofahrt aus Münster, aber auch aus Bonn hat sich jemand auf den Weg gemacht. Uli Kindermann, der die Session beim Barcamp angeboten hat, ist im Rahmen einer Startnext-Kampagne nach Amsterdam geradelt. Man konnte ihn pro Kilometer unterstützen und mit dem Erlös will Kindermann „ein weiteres freies Lastenrad für ein Bonn im Wandel!“ anschaffen, wie er in seiner Kampagnenbegründung schreibt.

Uli hat uns in der Session viel über Lastenräder erzählt, was man damit machen kann, wo in Bonn jetzt schon welche stehen und ausleihbar sind und als Highlight durften wir dann den emissionsfrei importierten Kaffee auch noch selbst mahlen und probieren.

Klimaneutraler Kaffee

Persönliche Resilienz

In der Session ging es in erster Linie darum, wie es uns geht und wie wir mit Situationen umgehen, in denen uns Energie, Kraft oder Mut fehlen. Die Session war praktisch angelegt, in kurzen Spielen, Brainstormings und Zweierübungen haben wir uns darüber ausgetauscht und uns gegenseitig Tipps gegeben. Das war der perfekte Abschluss für einen ereignisreichen und inspirierenden Tag.

 

Ein Gedanke zu “Rückblick: Nachhhaltigkeitscamp Bonn 2018

  1. Pingback: Rückblick auf das dritte NachhaltigkeitsCamp Bonn

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